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ARCHIV RAUMARBEITEN
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Raumarbeiten


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"Tunnelarkaden", 1998, Berlin
Der Ort: Keller eines ehemaligen Schulgebäudes in Berlin-Mitte. In dem ausgewählten Raum endet der Fußboden 60 cm vor der Wand und ein 1,20 m tiefer Spalt öffnet sich. Am Boden sind drei Rundbögen zu sehen. Sie führen zu einem Tunnel unterhalb des Gebäudes.
Ich verputzte die Wand mit den drei Durchgängen bis auf die Höhe des Raumbodens, legte Licht hinter jede Öffnung und installierte Spiegel an die nicht einsehbaren Wandseiten des Ganges. Das Licht verteilte sich diffus im Spalt.
"der Raum vor Ort", 1996, Darmstadt
Der Ort: Die Galerie Kunstpunkt Darmstadt befindet sich im Hochparterre eines Wohnhauses in einem 20qm großen, quadratischen Ladenraum - einem ehemaligen Kolonialwarenladen. Das Schaufenster reicht im Raum selbst bis zum Boden. Der Eingang führt ins Treppenhaus.
Ich entfernte den Teppichboden und die Bodenverlegeplatten, versetzte die eingebaute Wand um 40cm, legte parallel zu den ausgeschalteten Galeriestrahler eine Reihen Leuchtstoffröhren als Lichtquelle (ebenfalls um 40cm zum Fenster hin) und verschloß das Schaufenster von außen mit Dachlatten. Von der Straße her war es nicht mehr möglich in den Raum einzusehen.
Auf dem Fließenboden zeigten sich Fußspuren hin zu den Abdrücken einer Verkaufstheke. Hinter der verschobenen Wand war nun eine Tür zu sehen. Der Raum wurde gleichmäßig ausgeleuchtet.
Alle Elemente dieser Galerie wurden funktionslos.
"Raumarbeit", 1993, München, Galerie FOE 156
Der Ort: Ein langer, abgetrennter Gangkreuzungsabschnitt in einem Barackenkomplex. Dieser Komplex wurde 1939 als Luftwaffenfliegerlazarett gebaut. Nach dem Krieg wurde es bis 1985 als Krankenhaus genutzt. 1989 übernahmen verschiedene Münchner Vereine das Geländen, unter anderem die Galerie FOE 156 .
Ich entfernte die Wandfarbe, die in der bis dahin vierjährigen Galeriezeit auf die Wände geschichtet wurde und entfernte die Beleuchtungskörper der Galerie. Zur Ausleuchtung brachte ich Leuchtstofflampen an.
Unter der Wandfarbe kamen die alten Spuren der Lazarett- und Krankenhauszeit zum Vorschein. Sichtbar wurden der typische blaue Schutzstreifen der Krankenhäuser, verschlossene Durchreichen, Fenster und Türen. Auch das Verschließen des Gangs konnte nun wahrgenommen werden, auf der einen Seite durch eine Pressspahnwand, auf der anderen Seite durch eine Brandschutzmauer.
Der Raum besetzte sich selbst. Es entstand ein zeitloser Zustand, alle zeitlich aufeinanderfolgenden Spuren waren während der Ausstellungszeit gleichzeitig existent.